Blickpunkt 12/14 - Das Angeljahr 2014

Da flog einmal ein Kormoran und - 2015 Angelreise zu gewinnen

Wie auch in den zurückliegenden Jahren wollten wir besser Bilder sprechen lassen als viele Worte über ein naturverbundenes und wirklich abenteuerliches Hobby zu verlieren.

Natürlich waren wir wieder in Norwegen und angelten auf Rotbarsch, dicke Dorsche und Lengfische, haben im Öresund fette Heringe und nicht ganz so fette Dorsche (auch Meerforellen) auf die Schuppen gelegt und, nicht zu vergessen, unser Landkreis bietet auch tolle Fischwaid.

An der Stelle nun doch die angedrohten Worte:
Unser Landkreis ist das Stichwort, verbunden mit einem See, der mein gesamtes anglerisches Leben geprägt hat, Kindheit und Jugend verbrachte ich mehr auf dem Scharmützelsee als an Land.
Das behaupteten zumindest meine Eltern und Freundinnen vorwurfsvoll. Bereut habe ich keine Sekunde.

Heute, nach 55 quasi geangelten Jahren, hat die Liebe zu diesem See heftigen Bestand. Wir sind wirklich beste Freunde geblieben. Alle Veränderungen der Flora und Fauna habe ich seit 1959 bewusst wahrgenommen. Mit der politischen Wende 1989 hat sich die Natur am und im See zum Besseren entwickelt. 2014 wurde der See auf einem repräsentativen Internetportal sogar zum beliebtesten See Deutschlands gekürt. Das hat der See auch verdient. Aber, wird das so bleiben? Zwei Dinge haben sich zum Schlechteren entwickelt: Der Zanderbestand ist deutlich reduziert und Aalbesatz findet nicht oder wenig statt. Das ist verschmerzbar mit guten Gründen! Nicht verschmerzen
kann ich jedoch die mit Kormorankot zugeschi.... Insel „Kleiner Werl“ und die beginnende Verkotung der Nachbarinsel „Großer Werl“!! Beide Inseln präsentieren sich stolz im See und werden in Bälde nur noch aus Baumstümpfen statt prächtiger Erlen bestehen. Wenn die Kormorangeschwader den See überfliegen (zeitweise mehr als geschätzte 500 Tiere), die Fische in einem regelrechten Kesseltreiben fressen oder verletzen, dann habe ich vermutlich ebenso wenig Verständnis für diese Zustände, wie die Fischer der Storkower Fischgenossenschaft.

Auch dürfte sich der Biotop beider Inseln nachhaltig zu Gunsten der Kormorane verändern und andere Tiervielfalt verdrängen.
Kormorane, übrigens schöne, stolze Vögel, gab`s auch schon 1959. Sie gehören zum Scharmützelsee. Angler und Fischer lebten mit allen Tieren auf und im Wasser des Märkischen Meeres in guter Balance bis 1989.

Zur Zeit ist dieses Gleichgewicht, wie beschrieben, gestört. Einen Ehrenpreis, analog dem Lieblingssee
2014, vergebe ich dem Amt Scharmützelsee im Fall „Kormoran“ nicht! Heute frage ich: Hält der Amtsdirektor ein Kormoran-Management für nötig? Wie soll`s weitergehen?

Übrigens, die Angelreise (hätt`ich fast vergessen bei so viel ‚Kormoran‘) nach Dänemark könnt ihr auf unserer 11. Verkaufsmesse am 21. Februar 2015 gewinnen, Eisenbahnstraße 36, Fürstenwalde.

Petri Geheul!, stille Weihnacht gehabt zu haben und lautes Silvester euch allen,

AngelAgenturLanderer
(Wolfram und Heiko)


Blickpunktartikel Dezember 2014
AAL Blickpunkt 12.2014.pdf (1.89MB)
Blickpunktartikel Dezember 2014
AAL Blickpunkt 12.2014.pdf (1.89MB)


Der ‚Kleine Werl‘ im Juni 2014: Die kahlen Bäume sind besetzt mit Kormoranen und ihren Nestern. Schüchtern haben am rechten und linken Bildrand einige Bäume überlebt. Eine Frage von 1-2 Jahren, dann bleiben nur noch Amputationen der Operation „Kormoran“.

Diese wunderschöne Rotfeder macht jeden Friedfischangler glücklich. Auch Hechte und andere flossentragende Räuber dürften ein gewisses Sättigungsgefühl bei 700 g Fischfleisch entwickeln. Beim Kormoran habe ich regelrechte  Fressorgien beobachtet, wenn durch den Scharmützelsee ziehende Fischschwärme von hunderten Vögeln eingekesselt  und vor sich her getrieben wurden.



Norwegen 2014 hat auf der Insel Smöla offensichtlich kein Kormoranproblem. Dieser Lengfisch von 8 Kilogramm wurde in 105 Meter-Tiefe vom Autor erbeutet. Da bleiben immer noch 80 Meter Tauchtiefe, die diese sehr geschickten Jäger  nicht überwinden können.

Heiko hat in 2014 einige prächtige Hechte auf die Schuppen gelegt. Da liegen mal locker 10 kg im Arm. Auch Jungfische bis ca. 35 cm dieses begehrten Räubers verschwinden ganz rasch im Schlund unserer Kormorane. Und es bleibt beim Schlucken im Ganzen nicht bei einem Hechtlein.